Landwirtschaftskammerwahl: Was wir über die Haltung der Fraktionen zur 380-kV-Trasse wissen
Vorwahltermin: Freitag, 16. Oktober 2026, 10–12 Uhr
Wahltermin: Sonntag, 25. Oktober 2026
LKoS hat seine offenen Briefe an die Landwirtschaftskammer bzw. an LK-Präsident Huber auch an alle Fraktionsvorsitzenden in der Landwirtschaftskammer geschickt, mit der Bitte um Weiterleitung an ihre Mitglieder. Zudem haben wir am 5. August 2026 alle Kammerrätinnen und Kammerräte gebeten, uns ihre Sicht auf die geplante 380/110-kV-Trasse mitzuteilen, um sie hier zu veröffentlichen.
Bis 8. Oktober 2026 ist keine einzige Stellungnahme bei LKoS eingegangen!
Was wir zu den einzelnen Landwirtschaftskammerfraktionen wissen — Mehr lesen
Liste 1 – Kärntner Bauernbund – Team Siegfried Huber
- uns liegt keine Stellungnahme zur 380/110-kV-Stromfreileitung vor
- Streitkultur, ORF Kärnten heute (20.10.2026): LK-Präsident Huber betont das positive Ergebnis für die Aufnahme von Rahmenverhandlungen mit der APG; das Verhandlungsergebnis würde präsentiert und den betroffenen Grundeigentümern zur Abstimmung gestellt, eine Mehrheitsklausel würde hineinverhandelt; nur 2,5 Prozent Bevölkerungsanteil erschwerten die Verhandlungsposition (Stichwort Eisenbahn-Enteignungsentschädigungsgesetz)
- „Aufgabe der Landwirtschaftskammer ist es nicht zu sagen, brauchen wir die Leitung oder nicht, sondern dann, wenn die Leitung kommt, für Grundeigentümer da zu sein wegen genauer Trassenführung und Entschädigungszahlungen mit dem Ziel, dass das Projekt reibungslos funktioniert“ (LK-Vollversammlung 30.04.2025, Präsident Siegfried Huber)
- Nach dieser Vollversammlung betont derselbe, dass es definitiv nur eine Einmalzahlung geben werde (vgl. Interview mit dem ORF im Grünen vor Schloss Kastrowitz im Zuge der Präsentation des Jahrhundertprojektes)
- Das Wahlprogramm betont laut Wahlwerbung die Forderung nach fairen Entschädigungen und Mitsprache bei Infrastrukturprogrammen (Wahlprogramm Kärntner Bauernbund, „Gemeinsam für unser Eigentum“, Punkt drei)
- siehe auch Besuch bei der LK – Diskurs mit Vertretern der Landwirtschaftskammer
- siehe auch im Leserbriefe-Archiv – Korrespondenz mit der Landwirtschaftskammer ab 09.02.2026
Liste 2 – Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft
- uns liegt keine Stellungnahme zur 380/110-kV-Stromfreileitung vor
- Streitkultur, ORF Kärnten heute (20.10.2026): Spitzenkandidat Linder spricht sich gegen die Stromautobahn aus, für den Schutz der Menschen, der Land- und Forstwirtschaft und des Eigentums; das Projekt sei für ein Tourismusland nicht schön; Konzerne profitierten, bezahlen würden die Kärntner; wenn das Projekt tatsächlich umgesetzt würde: jährliche Entschädigung über die gesamte Laufzeit des Jahrhundertprojektes
- Zwei Anträge vom 16.12.2025 zum 380/110-kV-Freileitungsprojekt wurden in der Vollversammlung und in der Folge im Vorstand nach unseren Informationen mehrheitlich abgelehnt.
- Das Wahlprogramm spricht sich laut Wahlwerbung gegen Enteignung aus (Wahlprogramm Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft, Seite 7)
Liste 3 – SJK – Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern / Skupnost južnokoroških kmetic in kmetov
- uns liegt keine Stellungnahme zur 380/110-kV-Stromfreileitung vor
- Streitkultur, ORF Kärnten heute (20.10.2026): Spitzenkandidat Čik beklagt, dass im öffentlichen Interesse alles erlaubt sei; er lehnt das Projekt in der derzeitigen Form ab; wenn die Notwendigkeit bewiesen sei, dann mit geringstmöglichen Einschnitten und jährlichen Entschädigungen
- Das Wahlprogramm thematisiert das 380/110-kV-Freileitungsprojekt oder andere Infrastrukturprogramme gar nicht (Wahlprogramm SJK)
Liste 4 – SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten
- Streitkultur, ORF Kärnten heute (20.10.2026): Spitzenkandidat Dörflinger zieht einen Vergleich zur geplanten Erneuerung der 110-kV-Freileitung in Mittelkärnten; er spricht sich für das Projekt aus und fordert die Variante mit dem geringsten Einfluss auf Grundeigentümer, eine Erdkabelvariante sowie eine faire, jährliche, wertgesicherte Abgeltung
- Faire Rahmenbedingungen, Mitsprache der betroffenen Bäuerinnen und Bauern sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen für Infrastrukturmaßnahmen werden im Wahlprogramm gefordert (Wahlprogramm SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten, unter „Infrastruktur mit Hausverstand“)
- In seiner Stellungnahme vom 13.10.2026 fordert der Spitzenkandidat zur Landwirtschaftskammerwahl, Ralph Dörflinger, Erdkabellösungen, wo diese technisch umsetzbar seien, und jährliche, indexbasierte Entschädigungszahlungen — Mehr lesen
Liste 5 – Liste Heimo Urbas / Österr. Unabhängiger Bauernverband – UBV/Kärnten
- Streitkultur, ORF Kärnten heute (20.10.2026): Spitzenkandidat Urbas vermisst ein Leistungsprofil: Wo brauchen wir Strom, woher kommt er, wohin geht er? Regional aufgestellte Speichertechnologie und PV-Anlagen machten das Projekt obsolet; es sei eine reine Transitleitung; er fordert Unterstützung der LK für Landwirte beim Bau von PV-Anlagen
- lt. Statement in der Unabhängigen Bauernzeitung darf es zu keiner Entrechtung der Grundeigentümer kommen. Bei öffentlichen Projekten gehört die Wertminderung laut OGH-Urteil abgegolten. Die 380-kV-Leitung als reine Transitleitung sei ohne Nutzen für Kärnten (Unabhängige Bauernzeitung, Liste Heimo Urbas, Seite 3)
- Die Stellungnahme an LKoS vom 12.10.2026 wiederholt obiges Statement — Mehr lesen
Liste 6 – Grüne Bäuerinnen und Bauern
- uns liegt keine Stellungnahme zur 380/110-kV-Stromfreileitung vor
- Streitkultur, ORF Kärnten heute (20.10.2026): Spitzenkandidat Dr. Gigler argumentiert mit fehlendem Bedarf für Kärnten; Ringschluss: billiger Atomstrom werde nach Oberkärnten transportiert und teuer verkauft
- Das Wahlprogramm thematisiert die 380/110-kV-Stromfreileitung gar nicht (Wahlprogramm Grüne Bäuerinnen und Bauern)

